Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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verfolgt - vertrieben - ermordet. Mojssej Woskin-Nahartabi

Termin Montag, 16. Juni 2025, 18.00 - 20.00 Uhr
Veranstaltungsart Sonstiges
Einrichtung Universität gesamt
Veranstalter Rektoratskommission zur Aufarbeitung der Universitätsgeschichte in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts
Veranstaltungsort Löwengebäude, Sessionssaal
Straße Universitätsplatz 11
PLZ/Ort 06108 Halle (Saale)

Beschreibung

101 Jahre nach seiner Promotion an der Universität Halle-Wittenberg legt die Rektoratskommission zur Aufarbeitung der Universitätsgeschichte in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts (Leitung: Prof. Dr. Friedemann Stengel) die Druckfassung der Dissertation des bedeutenden Hebraisten, Semitisten und Orientalisten Mojssej Woskin-Nahartabi der Öffentlichkeit vor. Woskin-Nahartabi, einer der wichtigsten Vertreter des Neuhebräischen in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg, war bis 1934 Lektor für Rabbinische Sprache und Literatur in Halle und unterrichtete Hebräisch, Aramäisch, Mischna, Midrasch, Talmud, Kabbala und hebräische Literatur. 1934 wurde er aufgrund des sogenannten „Arierparagraphen“ als Jude aus dem Lehrkörper der Universität entlassen. 1936 emigrierte er in die noch freie Tschechoslowakei. Im Sommer 1943 wurde er zusammen mit seiner Frau Fanja und der damals 16-jährigen Tochter Tamara in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Am 19. Oktober 1944 wurde die Familie im Vernichtungslager Auschwitz ermordet.

Die Universität ehrt Mojssej Woskin-Nahartabi als herausragenden Wissenschaftler, Pädagogen, Aktivisten jüdischen Lebens in Deutschland, insbesondere als Mitglied unserer Universität, und stellvertretend für die vielen, lange vergessenen jüdischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zwischen 1933 und 1945 der nationalsozialistischen Rasseideologie zum Opfer gefallen sind. Die Universität knüpft an das Gedenken an alle 43 zwischen 1933 und 1945 entlassenen Hochschullehrer an, das im November 2013 begangen worden ist.

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