Anselm Schubert: Luther, Scheibel und der Isiskult – Zu den "psychologisch-historischen" Grundlagen des Neuluthertums
| Termin |
Dienstag, 27. Januar 2026, 18.15 - 19.30 Uhr |
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| Veranstaltungsart | Vorlesung/Vortrag |
| Reihe | Bibel, Böhme und Bekehrte - Christentum in Deutschland zwischen Erweckung und Konfessionalisierung |
| Einrichtung | Wissenschaftliche Zentren |
| Veranstalter | Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung |
| Veranstaltungsort | Franckesche Stiftungen, Haus 26, Englischer Saal |
| Straße | Franckeplatz 1 |
| PLZ/Ort | 06110 Halle (Saale) |
Beschreibung
Der Breslauer Professor Johann Gottfried Scheibel (1783-1843) war der Kopf des lutherischen Widerstands gegen die preussische Kirchenpolitik. Damit wurde er zu einer der wichtigsten Figuren der neukonfessionellen Erweckung im Luthertum, die die evangelischen Kirchen in Deutschland bis weit ins 20. Jahrhundert tief geprägt hat. So sehr sein Kampf für das bekenntnistreue Luthertum sich auf die Lehre des Reformators berief, so sehr beruhte sein fanatischer Kampf gegen die anderen christlichen Konfessionen doch auf radikalaufklärerischen Verschwörungstheorien, auf vormodernen Ideen von Völker- und Rassepsychologien und einer geradezu obsessiven Angst vor männlicher Sexualität. In der Person Scheibels lässt sich anschaulich zeigen, dass das Neuluthertum - entgegen seiner eigenen Wahrnehmung - keineswegs nur die Rückkehr zur reinen Lehre der Reformation war, sondern seine Wurzeln auch in ganz und gar zeitbedingten Diskursen des 19. Jahrhunderts hatte.
Ein Gastvortrag von Prof. Dr. Anselm Schubert (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).
| Webseite | http://izp.uni-halle.de |
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Hinweise
Die Teilnahme an der Veranstaltungen ist kostenfrei.
