Swetlana Mengel: Die "einfache" Sprache der "russischen Drucke" aus Halle
| Termin |
Freitag, 23. Januar 2026, 10.15 - 11.45 Uhr |
|---|---|
| Veranstaltungsart | Vorlesung/Vortrag |
| Einrichtung | Philosophische Fakultät II |
| Veranstalter | Seminar für Slavistik |
| Veranstaltungsort | Steintorcampus, Seminarraum 3.01 |
| Straße | Adam-Kuckhoff-Straße 35 |
| PLZ/Ort | 06108 Halle (Saale) |
Beschreibung
Unter den "russischen Drucken" aus Halle versteht man die Übersetzungen pietistischer Erbauungsliteratur, die in Halle zwischen 1729 und 1735 angefertigt wurden und in der Waisenhausdruckerei erschienen sind. Die Drucke waren für die Verbreitung in Russland bestimmt, um dort - so der Wunsch und die Aufgabe der weltweiten und in diesem Sinne auch der "russischen" Mission der halleschen Pietisten - das "wahre Christentum" verbreiten zu können. Problematisch gestaltete sich jedoch die"russische" Sprache der Übersetzungen, die den Vorstellungen des Pietismus nach - als einer Erneuerungsbewegung im Rahmen der Reformation - die einfache russische Volkssprache sein sollte, wogegen die Sprache der Orthodoxen Kirche in Russland das Kirchenslawische war und ist, und nur diese durfte in den religiösen Texten verwendet werden. Der Übersetzer, ein von der Kiewer Akademie für Geistliche kommender Student, Simeon Todorskij, stand dementsprechend vor einem Dilemma.
Im Vortrag von Prof. Dr. Swetlana Mengel (MLU) wird anhand zweier Originaldokumente aus dieser Zeit aufgezeigt, wie der Übersetzer dieses Dilemma lösen konnte.
Hinweise
Der Vortrag wird in russischer Sprache gehalten.
