Guido Messling: Die Habsburger und die Wettiner - Kunstpolitik auf Augenhöhe?
| Termin |
Montag, 20. April 2026, 19.30 - 21.00 Uhr |
|---|---|
| Veranstaltungsart | Kolloquium |
| Einrichtung | Leucorea |
| Veranstalter | Stiftung Leucorea |
| Veranstaltungsort | Leucorea, Auditorium maximum |
| Straße | Collegienstraße 62 |
| PLZ/Ort | 06886 Lutherstadt Wittenberg |
Beschreibung
Dr. Guido Messling, Kurator am Kunsthistorischen Museum Wien, beleuchtet im Rahmen des Kolloquiums "Landschaft – Herrschaft – Lichtenburg" die Kunstpolitik der Habsburger und Wettiner.
Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts zählten die Habsburger und die Wettiner zu den mächtigsten deutschen Herrscherdynastien. Während die österreichischen Habsburger den Kaiser stellten und durch eine geschickte Heiratspolitik europaweit an Einfluss gewannen, beschränkte sich die Bedeutung der Wettiner vor allem auf Sachsen und das Reich. Mit der Kurwürde gehörten sie zu dem kleinen Kreis von Reichsfürsten, die das Reichsoberhaupt wählten.
Auf kunstpolitischer Ebene lassen sich für das 16. Jahrhundert enge und wechselseitige Beziehungen zwischen beiden weitverzweigten Familien nachweisen. Der Vortrag widmet sich den Wegen und Motiven dieses vielschichtigen Kunst- und Kulturtransfers in einer Zeit, in der die Wettiner den Habsburgern teils als loyale Unterstützer, teils – insbesondere während der Reformation – auch als politische und konfessionelle Gegner gegenüberstanden.
Früh zeigt sich die Vorbildfunktion der habsburgischen Hofkultur für die sächsischen Kurfürsten, deren Bildpropaganda wiederum Impulse für die Kunst Kaiser Maximilians I. lieferte. Zugleich dokumentieren gegenseitige Kunstgeschenke gemeinsame Interessen und Vorlieben und dienten bisweilen – etwa während der Reformationszeit – auch dem Versuch, einen Ausgleich zwischen dem reformatorisch gesinnten Kursachsen und dem katholischen Kaiserhaus herzustellen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts pflegte insbesondere Kurfürst August enge Beziehungen zu Vertretern des Hauses Habsburg. So beeinflusste die Geschenkkultur auch den Aufbau fürstlicher Sammlungen in Dresden und in den habsburgischen Residenzen.
Das Kolloquium steht am Anfang des Forschungsprojekts "Landschaft – Herrschaft – Lichtenburg", das die Stiftung Leucorea dem ehemaligen sächsischen Kurkreis widmet.
Hinweise
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
