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Lutz van Dijk liest aus "Die weite Welt - New York bis Kapstadt"
| Termin |
Dienstag, 9. Juni 2026, 16.15 - 17.45 Uhr
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| Veranstaltungsart |
Lesung |
| Einrichtung |
Philosophische Fakultät III |
| Veranstalter |
Hochschullernwerkstatt Erziehungswissenschaften |
| Veranstaltungsort |
Franckesche Stiftungen, Haus 31, Hochschullernwerkstatt |
| Straße |
Franckeplatz 1 |
| PLZ/Ort |
06110 Halle (Saale) |
Beschreibung
Mit seinem eben erschienenen Erinnerungsband "Die weite Welt" legt Lutz van Dijk eine ebenso persönliche wie politische Lebensbilanz vor. Für Lehrerinnen und Lehrer ist dieses Buch weit mehr als eine Autobiografie – es ist spannend, humorvoll, oft anrührend und insgesamt eine Einladung zur pädagogischen Reflexion und ethischen Selbstvergewisserung.
Van Dijks Weg führt ihn mit 18 Jahren und 50 Dollar in der Tasche nach New York, dann über Hamburg (1975-1992), Jerusalem und Amsterdam bis nach Kapstadt (seit 2001).
Sein beruflicher Weg begann als "jüngster Lehrer Hamburgs" in der (damaligen) Schule für Verhaltensgestörte Billstedt – und hier entwickelte sich auch sein Engagement in der Friedensbewegung, gegen Homophobie und in Solidarität mit Kolleg*innen gegen Apartheid in Südafrika. In Zeiten des Kalten Krieges, der Nachrüstungsdebatten und wachsender gesellschaftlicher Polarisierung verstand van Dijk Schule nie als neutralen Ort, sondern als institutionalisierte Chance für Dialog, Toleranz und demokratische Auseinandersetzung.
Später arbeitete er im Anne-Frank-Haus in Amsterdam an internationalen Bildungsprojekten zur Holocaustpädagogik. Er entwickelte Unterrichtsmaterialien, leitete Lehrerfortbildungen und knüpfte europäische Netzwerke – immer mit dem Ziel, historische Erinnerung mit Verantwortung in der Gegenwart zu verbinden.
Seit über zwanzig Jahren lebt und arbeitet van Dijk in Südafrika, wo er ein Kinderhaus in einem Township mit aufbaute und betreibt. Dort zeigt sich Pädagogik in ihrer existenziellsten Form: als Schutzraum, als Überlebenshilfe, als Chance auf gesellschaftliche Teilhabe, als Verteidigung der Menschenwürde. Seine Erfahrungen mit HIV-betroffenen Kindern, mit Gewalt, Armut und Hoffnung geben dem Begriff „Bildungsgerechtigkeit“ eine tiefe Dimension.
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